Das Stillen ist eine wertvolle Erfahrung für Mutter und Kind. Dennoch treten häufig Stillprobleme auf, die den Stillprozess erschweren. Die richtige Identifikation und gezielte Lösung solcher Probleme ist entscheidend, um das Wohlbefinden beider zu erhalten. Naturheilkundliche Ansätze bieten eine sanfte und effektive Möglichkeit, Beschwerden zu lindern und das Stillen angenehmer zu gestalten.
Milchstau erkennen und lösen
Ein Milchstau entsteht, wenn Milch nicht ausreichend aus der Brust abfließt. Dies kann durch unzureichendes Anlegen des Kindes, seltenes Stillen oder mechanische Druckeinwirkungen verursacht werden. Symptome sind eine schmerzhafte, gerötete und verhärtete Brust, begleitet von Spannungsgefühl und eventuell leicht erhöhter Körpertemperatur.
Wärmeanwendungen vor dem Stillen, beispielsweise durch warme Wickel mit Kamillen- oder Schafgarbenaufgüssen, fördern den Milchfluss. Sanfte Brustmassagen in Richtung der Brustwarze können den Milchfluss ebenfalls verbessern. Nach dem Stillen helfen Anwendungen wie Quarkwickel oder Kohlblätter, Entzündungen zu reduzieren. Stillhäufigkeit und -dauer sollten angepasst werden, um die Brust regelmäßig zu entleeren.
Schmerzen durch Brustverhärtungen lindern
Verhärtungen in der Brust entstehen durch unzureichende Entleerung oder blockierte Milchgänge. Diese Stellen fühlen sich oft knotig an und können schmerzhaft sein.
Eine leichte Brustmassage in kreisenden Bewegungen löst Verhärtungen. Warme Wickel mit Lavendel- oder Rosmarinöl entspannen das Gewebe. Das Stillen in verschiedenen Positionen ermöglicht eine gleichmäßige Entleerung der Brust. Stillkissen können helfen, eine ergonomische Position einzunehmen und den Druck auf empfindliche Bereiche zu reduzieren. Eine korrekte Haltung entlastet die Brust und unterstützt das Baby beim effektiven Saugen. Bei wiederholten Problemen ist jedoch eine Anpassung der Stilltechnik ratsam.
Wunde Brustwarzen pflegen
Schmerzen und Risse an den Brustwarzen entstehen oft durch falsches Anlegen des Babys oder einen zu starken Unterdruck beim Saugen. Eine präzise Stillhaltung beugt dieser Problematik vor. Ein weiteres Risiko stellen Pilzinfektionen oder bakterielle Entzündungen dar.
Ringelblumensalbe oder Johanniskrautöl wirken entzündungshemmend und unterstützen die Heilung. Schwarzteebeutel, die auf die betroffenen Stellen gelegt werden, wirken zusammenziehend und lindern Schmerzen. Muttermilch selbst hat antimikrobielle Eigenschaften und fördert die Regeneration.
Die Milchproduktion anregen
Eine unzureichende Milchmenge hat unterschiedliche Ursachen, darunter Stress, hormonelle Dysbalancen oder unzureichendes Anlegen. Häufiges und bedarfsgerechtes Stillen erhöht die Milchbildung durch die verstärkte Ausschüttung von Prolaktin.
Stilltees mit Bockshornklee, Fenchel oder Anis haben sich bewährt. Akupressur an speziellen Milchfluss-Punkten kann die Produktion stimulieren. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine nährstoffreiche Ernährung unterstützen ebenfalls die Milchbildung. Sollte die Milchmenge dauerhaft unzureichend sein, kann eine Stillberaterin individuelle Lösungen aufzeigen.
Zu viel Milch und starkes Nachlaufen regulieren
Ein übermäßiger Milchfluss kann dazu führen, dass das Baby Schwierigkeiten hat, richtig zu trinken. Symptome sind Husten, Schluckprobleme und ein unruhiges Stillverhalten.
Eine geeignete Stillposition, bei der das Baby leicht aufrecht sitzt, kann helfen, den Milchfluss zu verlangsamen. Vor dem Stillen kann etwas Milch ausgestrichen werden, um den ersten starken Milchspendereflex abzuschwächen. Homöopathische Mittel wie Phytolacca oder Bryonia wirken regulierend.
Brustentzündung naturheilkundlich behandeln
Eine unbehandelte Milchstauung kann sich zu einer Mastitis entwickeln, die oft mit Fieber, Rötung und starken Schmerzen verbunden ist. Neben der fortgesetzten Entleerung der Brust sind entzündungshemmende Anwendungen sinnvoll.
Quarkwickel oder Kohlauflagen reduzieren die Entzündung. Schüssler-Salze wie Ferrum phosphoricum oder homöopathische Mittel wie Belladonna können den Heilungsprozess unterstützen. Bei anhaltendem Fieber oder Verschlechterung der Symptome ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.
Saugverwirrung vermeiden und korrigieren
Babys, die früh mit Flaschensaugern oder Schnullern in Kontakt kommen, können eine Saugverwirrung entwickeln, die das Stillen erschwert. Symptome sind unruhiges Trinken, vermehrtes Absetzen und ineffektives Saugen.
Stillen nach Bedarf ohne die Verwendung von Schnullern oder Flaschen kann hier vorbeugen. Falls bereits eine Saugverwirrung vorliegt, hilft geduldiges Anlegen und eventuell das Stillen mit Stillhütchen als Übergang. Akupressur an beruhigenden Punkten unterstützt den Saugreflex.
Mittel aus der Natur für ein entspanntes Stillen
- Heilpflanzen: Fenchel, Anis und Kümmel fördern die Milchbildung. Salbei und Pfefferminze helfen bei übermäßigem Milchfluss.
- Homöopathie: Belladonna bei Brustentzündung, Bryonia bei Milchstau, Phytolacca bei Mastitis.
- Wickel und Auflagen: Quark bei Entzündungen, Kohl zur Beruhigung der Brust.
- Akupressur und Massage: Spezielle Druckpunkte unterstützen die Milchbildung oder beruhigen den Milchfluss.
Mit den richtigen naturheilkundlichen Methoden lassen sich viele Stillprobleme lindern und das Stillen harmonischer gestalten.
Spezialist für Fachbücher aus Akupunktur, Traditioneller Chinesischer Medizin, Qigong, Naturheilverfahren, Homöopathie und Physiotherapie. Jährlich auf vielen, wichtigen Kongressen wie der TCM-Kongress in Rothenburg, dem ASA-Kongress und dem Tao-Kongress in Österreich vertreten. Seit Jahren Verlagsleiter eines Verlages für TCM, Akupunktur und Homöopathie.